Eine alternative Energieanlage finanzieren

Eine alternative Energieanlage finanzieren

Einsatz von Eigenkapital
Wenn eine alternative Energieanlage (z.B. eine Photovoltaikanlage) ausschließlich mit Eigenkapital finanziert wird, tragen die von den Betriebskosten bereinigten Einnahmen (aus Förderung und Stromverwertung) zur Rückzahlung der getätigten Investition bei.
Die Amortisationsdauer beträgt grundsätzlich 7 bis 12 Jahre, bei in Deutschland gegebenen Standardbedingungen rund 8 bis 10 Jahre (je nach der Dauer und Stärke der Sonneneinstrahlung). Dadurch, dass kein Darlehen aufgenommen wird, entfallen die Finanzierungskosten (Tilgungs-/ Zinsraten), wodurch die Gewinne aus der Stromproduktion verhältnismäßig höher ausfallen.

Einsatz von Fremdkapital (z.B. Bankkredite)
Von mehreren Banken in Deutschland werden Finanzierungspakete für alternative Energieanlagen angeboten. Die Konditionen des Darlehens können sehr unterschiedlich ausfallen (fixer, variabler, indexierter oder kombinierter Zinssatz, Aufschläge, etc.) und sind abhängig vom Kreditnehmer, dem Betrag und der Finanzierungsdauer.
Bei Fremdfinanzierung fallen die jährlichen Gewinne verhältnismäßig niedriger aus, da jährliche Finanzierungskosten (Tilgungs- / Zinsraten) zu bezahlen sind. Es ist zu bemerken, dass bei kurzer Finanzierungsdauer die jährlichen Raten so hoch sein können, dass während des Finanzierungszeitraumes auch Verluste anfallen können. Die Finanzierungsdauer sollte daher so gewählt werden, dass dies vermieden wird.
Besonders bei hohem Fremdkapitalanteil sind die Darlehenslaufzeiten an die Erlöse aus dem Verkauf der  anzupassen.

Abschließen eines Leasingvertrages
Der größte Vorteil eines Leasingvertrages besteht in der Flexibilität des Finanzierungsplans und in der Möglichkeit, die gesamten Leasingraten von der Steuer abzuschreiben.
Falls jedoch die Stromproduktion im Rahmen einer mit der Landwirtschaft verbundenen Tätigkeit betrieben wird, erfolgt die Besteuerung über den Bodenertrag, von dem keine weiteren Kosten wie z.B. Leasingraten abgezogen werden können.

Vermietung von Dachflächen
Eine alternative Möglichkeit der Nutzung von Photovoltaik besteht darin, Dachflächen zum Bau einer PV-Anlage zu vermieten. Der Vermieter hat den Vorteil, keine Verantwortung über die Realisierung und den Betrieb der Anlage zu haben. Sein Einkommen vom Mietvertrag ist sozusagen unabhängig von den Erlösen der Energieanlage, wodurch das Risiko relativ gering ist.
Derzeit werden bei Photovoltaikanlagen in Abhängigkeit von der Ausrichtung, der Größe sowie dem Zustand des Daches im Schnitt zwischen 4 – 10 Euro pro m² Modulfläche und Jahr an Mietzins ausbezahlt.
Zu beachten ist dabei, dass die Mietdauer normalerweise 20 Jahre beträgt und die Dachstruktur über diesen Zeitraum dauerhaft zur Verfügung stehen muss.
Besondere Aufmerksamkeit ist auch auf die Ausarbeitung des Mietvertrages zu legen. Ein klar formulierter Mietvertrag, der alle wesentlichen Punkte für die Vermietung einer Dachfläche beinhaltet, schützt den Vermieter vor unerwarteten Kosten oder geringeren Einnahmen. Der Mieter sichert sich dabei gewisse Rechte (Zutritt zur Anlage, etc.), übernimmt gleichzeitig aber auch Pflichten (Wartung der Anlage, Sicherheit der Anlage, etc.). Der Vermieter muss im Gegenzug dazu den einwandfreien Betrieb garantieren und sichert sich dafür einen risikofreien Zusatzverdienst.