Es gibt genug Alternativen zum Atomstrom

Es gibt genug Alternativen zum Atomstrom

Die Zeiten, in denen die Atomkraft als unerschöpfliche Energiequelle einer Zukunft angesehen wurde, in der Strom nahezu kostenlos und in jeder Menge zur Verfügung stehen würde, sind schon lange vorbei. Harrisburg, Tschernobyl und zuletzt Fukushima haben die Gefahren dieser Art der Energiegewinnung in einem erschreckenden Ausmaß aufgezeigt. Obwohl viele Staaten immer noch an der Atomenergie festhalten, scheint diese mehr denn je ein Auslaufmodell zu sein. Doch es gibt immer noch Stimmen, die die Atomkraft für alternativlos halten.

Der zu befürchtende Klimawandel wird dabei als ein schlagendes Argument angeführt. Zweifellos wird bei der Erzeugung von Strom aus Kernenergie kaum Kohlendioxid freigesetzt, ganz im Gegensatz zur Verbrennung von Kohle. Strom produzierende Großanlagen würden aber immer gebraucht – gerade in Zeiten, in denen keine Sonne scheint oder der Wind nicht bläst. Wer auch für Zeiten einer hohen Nachfrage nach Strom eine umfassende Versorgung garantieren will, komme im Sinne des Klimaschutzes nicht an der Kernkraft vorbei. Und immer wieder wird auch das Kostenargument angeführt: Kernkraft sei vor allem preiswert.

Wenn man jedoch die Folgekosten mit in die Rechnung einbezieht, ergeben sich jedoch ganz andere Zahlen. Zahlen, die auf der Stromrechnung selbst zwar unmittelbar nicht erscheinen, aber von der Gemeinschaft bezahlt werden müssen. Das sind zum Beispiel erhöhte Kosten für Gesundheitsmaßnahmen nach einem Atomunfall, der steigende Krebserkrankungen zur Folge hat, wie dies zum Beispiel für ein großes Gebiet um Tschernobyl eindeutig belegt werden kann. Auch die Frage der Endlagerung des Atommülls ist immer noch nicht gelöst.

Angesichts der Gefahren und unabschätzbaren Kosten des Atomstroms scheint diese Art der Energiegewinnung nicht mehr vertretbar. Aber gibt es zur Kernergie Alternativen? Klare Antwort: Ja. Der Aufschwung der regenerativen Energien in den letzten zehn bis zwanzig Jahren liefert dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Energie aus Wind, Sonne und Wasser ist tatsächlich unbegrenzt verfügbar. Der wachsende Anteil der regenerativen Energien am nationalen Strommix zeigt eine eindeutige Richtung: nach oben.

Wer als verantwortungsbewusster Stromkunde schon heute seinen persönlichen Beitrag zur Energiewende leisten will, kann seine Versorgung ganz auf Ökostrom umstellen. Es gibt zahlreiche Anbieter, die ausschließlich regenerativ erzeugten Strom in ihrem Angebot haben. Man sollte als Verbraucher einfach mal einen Preisvergleich durchführen, um festzustellen, dass Ökostrom im Vergleich zu konventionellen Stromangeboten meist nicht sehr viel teurer, sondern oftmals auch preiswerter ist.

Der Wechsel des Stromanbieters geht sehr einfach vonstatten. Mit ein paar Eingaben und Klicks kann man einen Vergleich der Preise durchführen und dabei das Angebot auf Ökostrom eingrenzen. Hat man den passenden Anbieter gefunden, übernimmt dieser in der Regel alle Formalitäten des Wechsels bis hin zur Kündigung beim bisherigen Anbieter. Eine Unterbrechung der Stromversorgung ist bei einem Anbieterwechsel nicht zu befürchten. Wer einen persönlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten will, kann durch eine Umstellung auf Ökostrom mit wenig Aufwand sehr viel erreichen.