Strom aus erneuerbaren Energien

Strom aus erneuerbaren Energien

Das Thema Energiewende bestimmt die Diskussion über die Strompreise immer weiter. Klar ist, dass die verantwortlichen Politiker offenbar nicht die Kosten berechnen möchten, die tatsächlich für die Verbraucher anfallen. Zunächst hieß es, dass der Umstieg auf Strom aus erneuerbaren Energien ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Stromtarife bleiben würde. Auch der Netzausbau, der für den weiteren Zuwachs an Ökostrom unbedingt erforderlich ist, kommt nicht wirklich voran und wird viele Milliarden Euro kosten. Immerhin geht die Bundesnetzagentur davon aus, dass die neuen Stromnetze nicht die Geldbeutel der Verbraucher in größerem Ausmaß belasten werden, weil diese Investitionen über viele Jahre hinweg zu Buche schlagen.

Strom wird immer teurer
Die Privathaushalte leiden trotzdem finanziell unter dem Strom aus erneuerbaren Energien, obwohl dieser eigentlich die Großhandelspreise an der Strombörse sinken lässt. Durch politische Entscheidungen ist aber die EEG-Umlage, mit der die regenerativen Energien gefördert werden sollen, erheblich angestiegen. Hinzu kommt die neue Netzumlage, die auf die Kunden umgelegt wird. Wirklich teuer wird es aber vor allem deswegen, weil die stromintensiven Industrien pauschal von EEG-Umlage und Netzentgelten befreit werden können, wenn sie nur einen Stromverbrauch haben, der hoch genug ist. Begründung dafür ist der Politik zufolge die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen – doch viele begünstigte Firmen müssen sich gar nicht dem internationalen Wettbewerb stellen.

Energiewende bietet Chancen
Dennoch ist die Energiewende beschlossene Sache und wird auf lange Sicht möglicherweise sogar zu einer Senkung der Kosten führen können, wie viele Experten erwarten. Zu den regenerativen Energiequellen gehören nicht nur die allgegenwärtigen Windräder und Solaranlagen, sondern auch Erdwärme, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke. Insbesondere Solaranlagen sind auch für Privathaushalte eine interessante Angelegenheit. Da die Einspeisevergütung vor allem für Photovoltaik in den letzten Monaten mehrfach  beschnitten wurde, ist die Installation von Solaranlagen nicht mehr ganz so rentabel wie zuvor. Dennoch lohnt es sich für die meisten Häuslebauer, zumindest die Kosten berechnen zu lassen, die der Einspeisevergütung gegenübergestellt werden müssen. Weil diese trotz der Absenkung noch immer auf einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert wird, handelt es sich um eine feste Einnahmequelle, sofern ein Überschuss an Strom anfällt. Doch natürlich kann auch der Strombedarf des Hauses ganz oder zumindest zum Teil durch eine Solaranlage gedeckt werden.

Erneuerbare Energien müssen gespeichert werden
Ein Hauptproblem bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien ist die Unberechenbarkeit. Wind- und Solarkraftwerke hängen nun einmal naturgemäß von der Witterung ab. Derzeit ist es so, dass bei einem Überschuss an Wind oder Sonne die Stromnetze das Überangebot an Strom gar nicht verkraften können, wenn nicht gleichzeitig der entsprechende Bedarf bei den Verbrauchern vorhanden ist. Dieser Strom muss dann entweder auf andere Netze verteilt werden oder die Systeme müssen vom Netz genommen werden, wodurch die Wind- oder Sonnenenergie verschwendet wird. Umgekehrt kann es bei Flaute oder schlechtem Winterwetter zu einem Einbruch bei der Stromproduktion kommen. Die Lösung liegt in der Entwicklung moderner Speicherkapazitäten, die aber noch auf sich warten lassen. Derzeit ist die einzige echte Speichermöglichkeit das Pumpspeicherkraftwerk, bei dem Wasser in höher gelegene Reservoirs gepumpt und bei Bedarf zur erneuten Stromerzeugung genutzt wird. Dies ist aber mit relativ hohen Verlusten verbunden.