Die eigene Photovoltaikanlage

Ob man nun etwas für die Umwelt tun möchte oder für den Geldbeutel – eine Photovoltaik-Anlage auf dem heimischen Dach hat viele Vorteile. Heutige Anlagen produzieren sehr effektiv und können bei einer entsprechenden Förderung richtig lukrativ sein. In Österreich besteht beim Ausbau regenerativer Energiequellen noch Nachholbedarf. Die Europäische Union fordert einen Anteil von mindestens 34 Prozent. Die Ökostromanbieter des Landes haben sich sogar vorgenommen, bis zum Jahr 2020 genügend Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen, um alle Haushalte Österreichs versorgen zu können.

Genügend Sonneneinstrahlung vorhanden?
Langfristig ist die Installation einer Solaranlage also auch für Privatpersonen interessant. Doch wie genau muss man dabei vorgehen, um alles richtig zu machen? Wo liegen die Nachteile einer Photovoltaik-Anlage? Die meisten Leute interessieren sich erst dafür, wenn sie konkrete Pläne haben, stellen dann aber fest, dass manche Aspekte schon frühzeitig geklärt sein müssen. Das beginnt mit der Frage der Sonneneinstrahlung. Zwar gibt es in Mitteleuropa – und damit auch in Österreich – grundsätzlich genug Sonne, um eine Photovoltaik-Anlage sinnvoll zu betreiben, doch spielen die Ausrichtung des Hauses ebenso eine Rolle wie mögliche lokale Besonderheiten, wie sie gerade in den Bergen oft vorkommen. Reicht die Einstrahlung nicht aus, ist die Rentabilität des Vorhabens insgesamt fraglich.

Förderungen können je nach Wohnort variieren
Die meisten Lagen in Österreich sind allerdings ohne Probleme für die Stromerzeugung geeignet und werden auch für den sogenannten „Netzbetrieb“ ausgelegt. Das bedeutet, dass der Strom nicht nur in hauseigene Batterien wandert, sondern auch an das öffentliche Stromnetz gekoppelt wird. Abhängig von der geografischen Lage kann man durchschnittlich mit 1000 Kilowattstunden auf einer Kollektorfläche von 7 Quadratmetern rechnen. Um den Bedarf eines durchschnittlichen Haushalts zu decken, ist somit eine Fläche zwischen 20 und 30 Quadratmetern erforderlich. Die Frage, ab wann sich eine Solaranlage in Österreich finanziell lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Natürlich sollte eine staatliche Investitionsförderung angestrebt werden. Wird diese bewilligt, kann man sich nach Ansicht der meisten Energieexperten darauf einstellen, dass die Photovoltaik-Anlage sich nach rund zehn Jahren amortisiert hat. Die Frage der Förderung kann sich je nach Wohnort und der Regelung des jeweiligen Bundeslandes sehr unterscheiden. Auch Bundesförderungen sind über den Klimafonds möglich und für kleinere Anlagen im Privatbereich zu empfehlen.

Versicherungslage klären
Sind die Investitionen in die Photovoltaik-Anlage wieder erwirtschaftet, produziert man anschließend mit dem eigenen Sonnenkraftwerk quasi kostenlos Strom für den Eigenbedarf. Genaue Berechnungen über die Rentabilität sind aber schwierig, da sie nicht nur von der installierten Leistung und der Sonneneinstrahlung abhängen, sondern natürlich auch vom individuellen Stromverbrauch. Folgekosten entstehen zunächst keine oder nur in geringem Maß. Regelmäßige Wartungen sind bei modernen Anlagen normalerweise nicht notwendig. Allerdings empfiehlt es sich, für den Fall von Beschädigungen die Versicherungslage zu prüfen, denn nicht jede Haushaltsversicherung übernimmt jede Photovoltaik-Anlage automatisch. Darum sollte sich auf jeden Fall gekümmert werden, denn unzerstörbar sind Solaranlagen nicht.

Sind Solaranlagen ein Problelm für die Feuerwehr?
Besonders Unwetter in Form von Hagel können für die Solarmodule problematisch sein. Aber auch andere Probleme machen immer wieder Schlagzeilen. So berichten Feuerwehren bisweilen über Schwierigkeiten beim Löschen von Häusern, die eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben. Zum einen kann je nach Brandart der Löschvorgang selbst erschwert sein, weil das Wasser an den Kollektoren abfließt. Aber auch die Solaranlagen selbst können für die Feuerwehr gefährlich werden, da Wasser und Strom sich nun einmal nicht gut vertragen. Zudem können defekte Solarmodule selbst zum Brandherd werden, warnen Kritiker. Die Solarbranche verweist in dieser Diskussion aber auf die Situation in Deutschland, wo die Feuerwehrleute inzwischen speziell auf diese Problematik hin trainiert werden. Bei fachgerecht installierten Solaranlagen besteht nach Ansicht der Industrie jedenfalls kein höheres Brandrisiko als bei jedem anderen Gebäude.